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Literarische Texte aus der Sturm und Drang Zeit sind voller Gefühle, Intensität und Leidenschaft.
Die Natur ist dabei ein legitimes Mittel, um innere Zustände, Empfindungen etc. auszudrücken.
Dass das auch heute funktioniert, beweisen folgende Beispiele:
Warme Strahlen der aufgehenden Sonne auf meiner
Haut. Reine Stille, ab und zu
durchbrochen durch das Zwitschern von zwei Vögeln im
Geäst des aufblühenden Baumes.
Kirschblüten, schneeweiß, sind am Baum zu sehen und
sanft schweben die Blütenblätter
von Zeit zu Zeit auf das taunasse saftiggrüne Gras hinab.
Der Himmel verliert sich im
weiten Blau und keine Wolke war in Sicht.
Nur der frische, aber keineswegs kühle Wind streicht sanft über
mein Gesicht und der Geruch von Frühling liegt in der Luft, warm
und süß.
(Jessica Stark)
Ich stand am Abgrund und sah in die Tiefe. Mein Herz war Eis und jede Hoffnung tot.
Ich sehe voller Angst, wie das Mondlicht Schatten tanzen lässt. Und die Geräusche aus
dem großen und fremden Wald huschen wie leise Gespenster um mich herum.
Es ist schon spät, doch ich weiß nicht, wohin. In mir tausend Fragen. Die Welt scheint tot.
Alles Grün verblüht. Totale Leere. Knochige Äste bedrohen mich. Sie kommen auf mich zu.
Dunkelheit. Alles wird kalt. Ich höre die Klagen in der Dunkelheit.
Immer lauter, wie die freie wilde See. Als ich klein war, sang mich die Brandung in den Schlaf und trug mich übers Meer. Jetzt klingt das Lied der Brandung geisterhaft. Moderne Steine und schwarze Fassaden. So geisterhaft und unnahbar. Schatten der Nacht, vor denen ich floh, raunen von dem, was war. Doch jetzt scheint der Mond hell und der Fliederduft ist so süß und sehnsuchtsvoll. Und wie damals liegt Unheil in der Luft, doch heute schreckt es mich nicht mehr.
(Samantha-Josephine Stöhr)
In einer klaren Nacht lag ich in einem Boot. Ich sah, wie der Mond langsam hinter den Wolken hervorkroch. Immer wieder schuf er mir Licht und ward mir gefällig, doch bewegte der Wind die Wolken. Sie bedeckten den Mond. Schmählich versuchte ich, den Mond zu befreien und doch half mir niemand. Nach etlichen Versuchen gab ich auf und bemerkte traurig, wie der Mond verschwunden war. Nur noch das Schimmern durch die Wolken erinnert mich an meinen Freund. (Manuel Köhler)
Schluchten, deren Ende nicht erkennbar ist, verborgen in der Dunkelheit. Kein Sonnenstrahl, der den Abgrund übertritt, reicht bis zu mir. Wie inmitten eines dunklen dichten Waldes stehe ich, umringt von lachenden Menschen. Doch finde ich keinen Ausweg. Wie gern würde ich die Strahlen der Sonne spüren und mit den Menschen lachen, doch ein tösender Strom reißt mich davon. Der Regen versucht die Schluchten zu füllen, doch ohne Erfolg… alles bleibt kalt und leer. (Lisa Quaas)
Lange war es Nacht, lange war es kalt und mein Herz zerbrach an der Dunkelheit. Die Stille der Vögel, die gestern noch sangen, wirft einen Schatten auf mich und lässt mich verdorren. Doch bald kommt auch der Tag erneut, der mich mit Licht und Klang erquickt. Dann kehre ich ins Leben zurück, durchwandre Wiese, Wald und Felder und nehme Düfte und Farben mit. Die Vögel und ich, wir singen im Chor und ich bin ein Teil des Großen, Teil des Ganzen und vor allem werde ich Mensch sein. (Beatrice Spranger)
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