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Tage der Naturwissenschaften 2008

Camptagebuch

Sonntag, 6.7.2008

Aufgrund der kurzen Nacht war das um 8.00 Uhr angesetzte Frühstück mehr ein Kampf als ein Vergnügen. Herr Schmied gab sein Bestes, um uns für die bevorstehenden Aufgaben zu motivieren. Nach dem Frühstück brachen wir bei strahlendem Sonnenschein in das Biotop auf. Dort erwarteten uns mit freundlichem Lächeln und umfangreichen Aufgaben Frau Schmidt und Frau Kraubmann. Nach hilfreichen An- und Einweisungen durch Frau Kraubmann schauten wir nicht mehr ganz so verdutzt und brachen voller Tatendrang in verschiedenen Gruppen zu den Biotopen auf, um unser Glück zu suchen.
Mit einer Machete bewaffnet schlugen wir zunächst eine Schneise in das Dickicht des Waldes, im Herzen Herrn Schmied immer dabei, der inzwischen hoffentlich ein gutes Essen erlegt und zubereitet hatte. Im Biotop "Feuchtwiese" angekommen, stellten wir Bodenfallen für Insekten und andere Kleinlebewesen auf. Temperatur und Lichtverhältnisse des Biotopes wurden an verschiedenen Stellen und zu verschiedenen Zeiten gemessen. Aufgrund unseres intensiven Studiums der Natur und verschiedener Nachschlagewerke erhofften wir uns ein besseres Verständnis der Natur und so sollte es auch kommen. Wir bestimmten typische Pflanzen des Biotops und fanden (zum Leidwesen einiger Gruppenmitglieder, die nicht namentlich benannt werden) auch Tiere, die wir mit Hilfe zahlreicher Bestimmungsbücher dann mit ihrem vollen Namen ansprechen konnten.
Mit letzter Kraft schleppten wir uns ins Basislager zurück. Dort erwartete uns ein leerer Teller, welcher allerdings bereits eine halbe Stunde später mit Fischstäbchen und Bratkartoffeln, zubereitet von "Captain Iglo Schmied" (also known as "commander"), befüllt wurde.
Nach dem Mittagessen stand die Zeit für uns zur freien Verfügung. Einige von uns spielten Volleyball, Billard oder starrten ins Lagerfeuer (vielleicht als Ersatz für den fehlenden Fernseher?). Andere schliefen aber auch einfach nur. Einige Weicheier wurden in die Zivilisation zurück geschickt, während der Rest der Mannschaft sich auf eine weitere harte Nacht mit heulenden Wölfen und schnaufenden Igeln (oder auch schnarchenden Lehrern?) vorbereitete.


Montag, 7.7.2008

Nachdem wir etwas früher ins Bett  gingen als in den vergangenen Nächten (erste Verschleißerscheinungen), gelang uns ein besserer Start in den Tag, auch das ausgiebige Frühstück half uns dabei (und natürlich Herr Schmied). Doch nicht nur Vergnügen stand auf dem Arbeitsplan, um 9 ging es wieder ins Biotop, dank den Fahrkünsten der Lehrer kamen alle unverletzt an (vielleicht auch deshalb, weil einige zu Fuß oder auch mit Fahrrad unterwegs waren). Wieder stürzten sich die Schüler und Lehrer ins Abenteuer, mit ausgeklügelten Fallen wurden gefährliche Tiere gefangen und später untersucht (Die Tierchen leben natürlich noch!). Nachdem der Tatendrang gebändigt war, ging es wieder zurück ins Camp, vollgestopft mit neuem Wissen. Hier gab es auch erst noch einmal Verpflegung für die mutigen Abenteurer, auch wenn manche, aufgrund von Lebensmittelknappheit, ein wenig zu kurz kamen (Bratkartoffeln alle). Sonst verlief der Tag ähnlich dem vorherigen. Auch der Durst kam nicht zu kurz (20 Kästen Bad Brambacher Sprudel warteten auf ihre Vernichtung). Sogar der "Donnerbalken" und die Buschdusche wurden zur Genüge genutzt. Aufgrund von nachträglichen Forschungen im Biotop mussten vier Schüler noch einmal dorthin zurück, diesmal auf eine etwas andere Weise. Als Transportmittel für die vier dienten Mopeds und deren Anhänger (Anm. der Redaktion: Alle Betroffenen befinden sich auf dem Weg der Besserung). Da der Abend zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu Ende war, wird von den folgenden Eskapaden morgen berichtet werden.

Montag, 7.7.2008  – Klappe die Zweite

Es sollte trotz der späten Stunde des vorherigen Berichtes noch zu weiteren berichtenswerten Ereignissen kommen, die wir nicht länger für uns behalten können und wollen...
Nachdem Benny S. angeblich unbeabsichtigt F. Knoll(o) die Lippe mit Hilfe eines Billiardqueues zerschlug, musste dieser notärztlich versorgt werden. Grund für diese zunächst harmlose Auseinandersetzung zweier 11- Klässler war der zuvor gescheiterte Versuch F. Knolls, den Billiardkontrahenten seiner Beinkleider zu entledigen, jenen also mehr als bloß zu stellen. Dieser reagierte unverständlicherweise mit einem gezielten Schlag in das Gesicht des Gegenübers. Beide beteuerten, dass es sich hierbei nur um einen bedauerlichen Unfall handelte.
Die verständigten Lehrbeauftragten (selbstverständlich und glücklicherweise nüchtern) reagierten souverän, indem sie beide Beteiligten zunächst in ein Transportvehikel sperrten. Dort sollten beide zu einem Kompromiss finden. Um aber einer weiteren Verschmutzung des Sportwagens vorzubeugen, entschieden sich die umsichtigen Pädagogen zu einer Fahrt in das nächste Lazarett.
Dort angekommen, wurde F. Knoll sofort in die ansässige griechische Notversorgung übergeben. Während seines mehrstündigen Aufenthaltes (Not- OP: Platzwunde mit 2 Stichen genäht, Narkose: fehlend) erachteten die Begleiter es für sinnvoll, scheinbar besorgt über den Notfall-Flur zu flanieren. Dieses mehr als rührige Verhalten sollte sofort von einer aggressiven Krankenschwester unterbunden werden. Sie unterstellte den Kollegen, in der Notaufnahme geraucht zu haben. Das Blatt sollte sich nun also wenden. Gerade noch als Unbeteiligte lachend, sollten sie sich nun auf der Anklagebank wieder finden...

Dienstag, 8.7.2008

Es sollte wieder einer dieser Tage werden, von denen man nichts erwartet aber alles bekommt. Der Tag begann eigentlich schon um 2 Uhr morgens, wo wir uns mit fröhlichen Lagerfeuerliedern beglückten (bei denen die Lehrer natürlich die Hauptsänger waren, vor allem Frau Kraubmann und Herr Palm).
Danach unterbrach ein einfallender Regenschauer unser Spielchen. Also mussten wir uns notgedrungen in die Schlafsäcke hauen. Nach der kurzen „Verschnaufpause“  erwachten wir ganz frisch und munter, um uns neuen Abenteuern zu stellen. Das erste Abenteuer waren die mutigen Aufweckversuche von Commander Schmied, der sich den Entschlafenen stellte. Denn unsere, an diesem Tag geplante Wanderung ging etwas zeitiger los, als gedacht. Somit war die Stimmung zwar etwas getrübt, aber das wohlschmeckende Frühstück schenkte uns neuen Mut. Nach weiteren leicht zornigen Anweisungen von dem lieben Commander begaben wir uns nach der Stärkung auf eine sehr abenteuerliche Reise – gaaanz allein (ohne Lehrer!). Eigentlich kein Problem, denn unseren Zielort erreichten wir ohne Umstände, bis auf die Pfützen, die sich zu neuen Ozeanen erweiterten. Leicht benässt angekommen erwartete uns... niemand. Denn die lieben Lehrer Herr Pöhlmann und Herr Müller hatten sich auf Grund eines „kleinen“ Missverständnisses zu einer anderen Basis begeben. Ein verzweifeltes Telefonat (mit Alex K.) später wurde die Situation gerettet und wir kamen endlich am echten, richtigen Zielort an, wo uns die beiden Experten mit einem leichten Grinsen erwarteten. Dort wurden wir in 3 Gruppen eingeteilt und sollten eine Sternwanderung durchführen, bei der wir auch verschiedene Aufgaben (die irgendwie nicht naturwissenschaftlich waren) zu lösen hatten. Diese Idee war eigentlich nicht schlecht, nur war bereits der Anfang dieser Exkursion eher gewagt. Denn aufgrund der „leicht“ verwirrenden Karten kamen wir gerade einmal 5 m voran, bis wir die Herren des kartografischen Institutes nach dem weiteren Weg fragen mussten. Nach dieser ersten kleinen Panne ging es recht zügig weiter. Eine Gruppe jedoch tat einen winzigen Fehler bei einer Kreuzung und verlor den richtigen Pfad. Nach einem einstündigen Fußmarsch, ohne jegliche Hinweise auf dem Weg (die Karte der Experten war wie gesagt etwas irritierend) erreichte eben jene Gruppe leicht überrascht... die Bismarcksäule. Leider waren unsere Versuche die Bismarcksäule auf der Karte zu finden absolut sinnlos. Eine Vermutung, dass die Säule und die Papiermühle ein und dasselbe Gebäude sind, erwies sich leider als falsch. War das die Überraschung, von der alle sprachen? Bestimmt. So machte sich die Gruppe auf zur Säule, wo wir den nächsten Hinweis für unsere Reise suchten. Leider verlief das auch nicht ganz so glücklich. Also taten wir erst einmal das, was alle tun, wenn sie nicht wissen, was sie machen sollen. Eine rauchen und Pause machen, mit einer kleinen fotografischen Einlage. Immer noch fand sich kein Hinweis und die Gruppe der mutigen Neun lief sich die Füße wund (gefühlte 30 km, real mehr als 50). Allmählich begriffen aber auch die Letzten, dass hier etwas nicht so ganz stimmen kann. Zwar genossen wir die herrliche Aussicht nach Landwüst, aber langsam machte sich Panik unter den Ersten der Gruppe breit – wenn Landwüst dort drüben ist, müssen wir bis da rüber wieder laufen? Also kamen wir nach reichlichen Überlegungen zu dem Entschluss, dass unsere freundlichen Lehrer uns ja eigentlich aus dieser Misere retten mussten. Nun war ja die Schule nicht weit entfernt und es kam auch die Idee auf, dass wir dort unsere Rettung finden konnten. Das Telefonat mit Frau Kraubmann ergab, dass diese Idee vermutlich in eine gewaltige Katastrophe geführt hätte. So mussten sie und Herr Palm sich notgedrungen, voller Panik und Angst um die Schüler, dort hin begeben, um die Gruppe der mutigen Neun zu befreien. Die Gruppenmitglieder lachten sich trotz der leichten Verwirrung neuen Mut an und genossen eine nervenzerfetzende Rettungsaktion der Lehrkörper. Dort bewiesen wir, dass viele Menschen in einen kleinen Sportwagen passen, ohne dass die Karre auseinander fällt. Vollkommen erschöpft und total am Ende erreichten die verlorenen Neun die Heimatbasis, wo leider fast alle Nahrungsvorräte aufgebraucht waren (vielleicht lag es daran das der gute Commander ja die ganze Zeit über zu Hause blieb?). Der Nachmittag verlief ganz entspannt, bis auf einige mehr oder weniger „zornige“ (running gag) Lehrer. Was der Abend uns bescherte, das, liebe Kinderchen erfahrt ihr in der morgigen Ausgabe von der Sendung mit dem Schmied, klingt komisch ist aber so.

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