Von Reiswaffel und Geokunststoff

bis zur Flussperlmuschel im Stadttor

Fünfter Pädagogischer Tag des Kollegiums in Adorf

 

Pädagogische Tage des Markneukirchner Gymnasiums stehen seit einigen Jahren auch unter dem Motto „Schule und Wirtschaft“. Ausgehend von der Stadt Markneukirchen wurden die größeren Ortschaften des Einzugsgebietes der Schule besucht, um in dort ansässigen Unternehmen die Vielfalt der regionalen Wirtschaft kennenzulernen. Ergänzt wurde das Ganze meist durch ein Treffen mit dem jeweiligen Stadtoberhaupt, wo man sich über die Geschichte und Gegenwart der Kommunen aus erster Hand informieren konnte. Da man sich dabei geografisch im Uhrzeigersinn um Markneukirchen bewegte, musste die Nachbarstadt Adorf – wenngleich zweitgrößte Stadt im Oberland und zugleich dessen Dienstleistungs- und Einkaufszentrum – bis ins Jahr 2009 gedulden, um endlich beim fünften pädagogischen Wirtschaftstag Ziel des Markneukirchen Kollegiums zu sein.

Am Donnerstag, dem 8. Januar 2009, wurden parallel zum Hochschultag der Abiturstufe und zur Projekt- und Wandertagen anderer Klassen zwei Betriebe im Herzen von Adorf besucht. Während die eine Firma, die Naue Fasertechnik GmbH & Co. KG, auf einem Areal mit über 100jähriger Industriegeschichte tätig ist und dort in eindrucksvoller Weise den Wandel von der traditionellen Textilindustrie hin zum Produzenten moderner Vliesstoffe, Dränsysteme und Geokunststoffgitter zeigte, hat sich die Firma Lebensgarten auf dem Gelände des ehemaligen Adorfer Güterbahnhofs ein Geschäftsfeld erschlossen, welches bis vor wenigen Jahren noch nicht zur Stadt gehörte: Die Herstellung und Verpackung hochwertiger biologischer Backwaren, Müslis und Schokoladenartikel.

Die Führung durch die modernen Firmengebäude übernahmen Betriebsleiter Matthias Ilgmann und der technische Leiter Jens Schreier. Vielfältige Back- und Schokolierungsanlagen sind um ein fünf Etagen umfassendes Hochregallager gruppiert, auf welches die einzelnen Bereiche effektiv zugreifen können, bevor die fertigen Produkte durch entsprechende Verpackungsvorrichtungen wieder zum Lager und letztlich zur Auslieferung gelangen. Dass die gesamte Produktion höchsten Hygienestandards unterliegt, wurde u. a. auch daran deutlich, dass alle Kollegen mit Kopfbedeckung und Labormantel eingekleidet wurden. (Der erste Entwurf einer einheitlichen Dienstkleidung für Lehrer war das sicherlich nicht, aber vielleicht sieht man die Kittel ja zu Fasching wieder!) Durch kleine Kostproben fast vom laufenden Band konnten die optischen Eindrücke im „Lebensgarten“ noch gaumenfreundlich vertieft werden.

 

 

 

 

 
 

In der Firma Naue übernahm Betriebsleiter Volker Martin die Gruppe. Mit einer Powerpoint-Präsentation gab er eine umfassende Einführung in die Geschichte des Unternehmens, zeigte die verschiedenen Produkte und deren Einsatzgebiete vom Straßen- und Deponiebau bis hin zur Stabilisierung natürlicher und künstlicher Hanglagen. Die Kunden sind national und international so zufrieden, dass die Maschinen in den Werkhallen der ehemaligen „Vowetex“ kaum stillstehen.

 

Es wird im Vierschicht-System bei rollender Woche gearbeitet, neue Hallen und Maschinen hat man erst in jüngster Vergangenheit in Betrieb genommen. Der Besuch bei der Firma Naue diente auch dazu, die bisherige Zusammenarbeit mit der Schule weiter auszubauen. Denn bereits zum zweiten Male ist die Adorfer Firma einer der Hauptsponsoren des Musicals am Markneukirchner Gymnasium. Dort sollen einige Materialproben der Adorfer Werkes künftig auch im Chemieunterricht als Anschauungsmittel dienen.

Gegen Mittag stand dann noch das Adorfer Stadtzentrum auf dem Programm. Im Rathaus, zzt. noch eine Baustelle, die bereits viel Schönes offenbarte, wurden die Lehrer von Frau Bürgermeister Mariechen Bang empfangen. Das Stadtoberhaupt, vor einigen Jahren noch im Elternrat des Markneukirchner Gymnasiums aktiv, informierte über die aktuelle Situation, über Probleme und Perspektiven ihrer Stadt. Bei zurückgehender Einwohnerzahl liegen diese in einer stärken Konzentration auf die Innenstadt, aber auch in einem gemeinsamen Handeln der gesamten Region. Die Geschichte von Adorf wurde bei einem kurzen Rundgang durch den historischen Stadtkern bewusst und bei einer abschließenden Visite im Museum im Freiberger Tor vertieft. Dort konnte Museumsleiter Steffen Dietz mit berechtigtem Stolz auf die neu gestalteten Ausstellungsteile zur Geschichte der Flussperlmuschel und zur Perlmutterwarenherstellung verweisen – sicherlich auch ein Anregung für künftige Wandertage von Schulklassen.

 

Als traditionelles Dankeschön erhielten die Gastgeber des Tages Arbeiten aus dem Kunstunterricht des Gymnasiums. Für das Jahr 2010 ist ein Pädagogischer Tag wieder in Markneukirchen geplant. Anlässlich des 650. Stadtjubiläums sollen neben der Wirtschaft vor allem Geschichte und Kultur der Musikstadt thematisiert werden.

EW/12.02.2009

 

Fotos (HN):

Impressionen vom Rundgang durch den „Lebensgarten“ mit Herrn Schreier (1, 2), durch die Firma Naue mit Herrn Martin (3, 4) und von der Stadtbesichtigung mit Frau Bürgermeister Bang.

 

 

 

 

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