7. März 2010

Nach fast zwei Monaten Pause kommt jetzt von mir wieder einmal ein kleiner Report aus den USA. 

Mittlerweile ist mehr als ein halbes Jahr vergangen, also noch knapp 4 Monate, bis das Austauschjahr zu Ende ist.

Ich hoffe, alle meine Leser hatten einen guten Start ins zweite Halbjahr. Auch hier hat das zweite Semester begonnen. Dadurch ändert sich auch der Stundenplan, denn einige Fächer belegt man nur als Semesterklassen. Mein Stundenplan sieht jetzt wie folgt aus:

1.     Physical Fitness

2.     Anatomy and Physiology

3.     German – Teacher’s Aid

4.     Endeavor (eine Art Freistunde zum Hausaufgaben erledigen oder Ähnliches)

5.     Music Theory AP

6.     Concert Choir

7.     World History H

8.     English III H

Die einzigen Änderungen ergaben sich also in Physical Fitness, wo der Sportunterricht wirklich nur aufs Gewichtheben ausgelegt ist. Ein weiterer neuer Block ist nun Deutschunterricht mit Schülern im dritten und vierten Jahr Deutsch. Der Zusatz Teacher’s Aid bedeutet, dass ich ab und zu unterrichte und Kultur-bezogenen Fragen über mein Heimatland beantworten kann. Ich korrigiere die deutschen Sätze der Schuler und darf dann auch Punkte dafür verteilen. Das macht schon Spaß.

Interessant ist auch, was eigentlich im Deutschunterricht gelernt wird. Ein Großteil des Unterrichts wird sich mir Kultur- und Gesellschaftsfragen auseinandergesetzt. So haben wir verschiedene Indianerkulturen untersucht und sie dann mit der Figur des “deutschen Indianers” Winnetou verglichen.

Dass auf dem Stundenplan jegliche Art von Mathematik-Unterricht fehlt, ist kein Versehen. Hier kann man sich eben aussuchen, was man macht. So habe ich mich entschlossen, keinen Trigonometrie-Unterricht mehr zu belegen. Denn zu vieles war mir einfach schon bekannt aus dem Matheunterricht in Deutschland.

Nachdem wir von Virginia zurückgekommen sind, ist Pandy, die Schwester meiner Gastmutter, noch ein paar Wochen mit ihren zwei Kindern geblieben. Da war natürlich volles Haus mit so vielen Kindern.

Seit einigen Wochen laufen auch schon wieder die Proben für ein neues Musical, das Anfang April aufgeführt wird. Es heißt „A funny thing happened on the way to the Forum“. Dieses Mal habe ich nach dem Casting sogar eine Solistenrolle bekommen. Darüber habe ich mich sehr gefreut und fiebere jetzt schon den Aufführungen entgegen. Ich spiele Senex, einen senilen Statthalter im Alten Rom, der auf die neue Jungfrau in der Stadt ein Auge wirft. Schließlich gibt er sie aber zugunsten seines Sohnes ab. Diese Handlung lässt schon erkennen: Das Musical ist garantiert nicht ernst gemeint, sondern soll eher die Lachmuskeln anregen. Und lustig geht es auch schon bei den Proben zu.

Interessant mitzuerleben war der „Lock down drill“. Da wird für den Ernstfall geprobt, wie man sich im Falle eines Eindringlings, Amoklaufs oder ähnliches in der Schule verhält. Dieses Vorgehen wurde größtenteils wegen des Vorfalls an Columbine High School eingeführt.

Dann fand eine Wissenschaft-Olympiade (Science Olympiad) statt. Dazu bin ich kurzfristig für einen anderen Teilnehmer eingesprungen. Trotzdem wir in Gruppen aufgeteilt waren, hat die Parkview High School als gesamtes Team doch nicht den nächsten Level erreicht.

Ein großes Fest wurde hier auch schon wieder gefeiert. „Super Bowl“ ist das wohl bedeutendste American Football-Spiel, womit die Football-Saison abschließt. Dieser Tag ist gleich nach Thanksgiving der Tag mit dem zweitgrößten Essenskonsum der Amerikaner.

An Parkview High School fanden die Basketball-Spiele des Schuldistrikts statt. Parkview hat auch gar nicht so schlecht abgeschnitten, was die Jungs-Spiele anbelangt. Für den ersten Platz hat es leider doch nicht gereicht.

 

 

 

 

 

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