24. Dezember 2009

Am 13. Dezember war das Weihnachtskonzert der Parkview High School. Ich war wieder am Klavier und habe die Weihnachtslieder der Chöre begleitet.Wir haben traditionelle englische (bzw. amerikanische) Weihnachtslieder gesungen, haben uns aber auch an die deutsche Version von „Stille Nacht, heilige Nacht“ herangewagt.

Mit dem Chamber Choir (Kammerchor) der High School waren wir Christmas Caroling (Weihnachtsliedersingen). Eine Woche später dann auch noch einmal mit der Tri-M Music Honor Society (etwa „Arbeitsgemeinschaft Musik“). Wir waren in mehreren Pflegeheimen und Kirchen. Außerdem waren wir im Gerichtshaus von Springfield und haben für die Juristen gesungen.

Am 20. Dezember war mein Geburtstag. Meine Gastfamilie hatte schon einen Monat vorher angefangen, eine Überraschungsparty bis ins letzte Detail durchzuplanen. April (Gastmutter) ist mit mir in ein italienisches Restaurant gegangen, um somit Zeit zu schinden. Währenddessen kamen mehr als 50 Leute und hielten sich bereit, um mich zu überraschen, sobald wir zurückkommen würden. Leicht gemacht hat sich‘s meine Gastfamilie nicht. Über Wochen hinweg haben sie Handynummern von Leuten an der Schule herausbekommen. Schon manchmal habe ich mich gewundert, warum es so aussah, als würden meine Gasteltern sich SMSs schreiben, obwohl sie im gleichen Raum sind. Jetzt weiß ich, dass ich mich doch nicht getäuscht habe.

Gestern fing Christmas Break (Weihnachtsferien) an. Weihnachten verbringen wir in der Nähe von Detroit, Michigan, also weiter im Norden der USA. Dort hat Jamie (Gastvater) seine Familie. Hinter uns liegt ein Road Trip von mehr als 13 Stunden. Während wir hier sind, haben wir einen kleinen Ausflug nach Kanada geplant. Wir wollen uns nämlich die Niagara-Fälle ansehen.

In Michigan liegt schon etwas Schnee, es ist aber noch mehr Schnee vorhergesagt für die nächsten Tage. Die Temperatur hier ist oft weit unter 0°C, bzw. 32°F. Im Gegensatz dazu liegt in Missouri kein Schnee. Es hat dort zwar das erste Mal diesen Winter geschneit. Aber es ist einfach nicht kalt genug, um sich lange daran erfreuen zu können.

Ich habe letzten Freitag die H1N1 Schweinegrippe-Impfung bekommen. Es ist nicht so, dass man sich gegenseitig aufhetzt wegen der Schweinegrippe. Aber es gab doch schon einige Vorfälle an der Schule.

Überall hört man jetzt Weihnachtsmusik, volle Einkaufszentren, und alles ist sehr kommerziell ausgelegt. Für meine vergleichsweise dörflichen Verhältnisse von Markneukirchen gibt es hier sehr viel.

Gefreut haben wir uns über einen Adventskalender von Zuhause. Hier braucht man theoretisch 25 Türen zum Öffnen. Denn Weihnachten feiert man erst am 25. Dezember. Dazu gibt es von mir aber mehr nach Weihnachten, wenn ich alles einmal durchlebt habe.

Das erste Semester neigt sich seinem Ende entgegen. Mitte Januar beginnt das zweite Semester. Nach den Weihnachtsferien gibt erst mal keine Ferien bis zu Spring Break. Im Januar kommt die Finals Week, wo man über den Stoff des ersten Semesters abgefragt wird. Diese Abschlussprüfungen legt man teils auch am Computer ab; die meisten Fragen sind Multiple-Choice-Fragen.

Allen Lesern wünsche ich ein frohes Weihnachtsfest – Merry Christmas!
Oder wie man hier in Political Correctness (vgl. Amtsdeutsch) sagen soll: Happy Holidays!

 

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