Vor zwei Wochen war ein sogenannter Diabetes Walk. Wir haben für Diabetes-Erkrankte Spenden eingesammelt und sind dann noch demonstrativ ein paar Meilen durch Springfield gegangen. Das Ganze war eine Aktion, an der wir von unserer Austauschorganisation aus teilnehmen mussten. Dadurch lernt man aber auch Leute aus aller Welt kennen. Und ich konnte nach ewig langer Zeit wieder einmal Französisch sogar mit einem Muttersprachler sprechen.
Ein 16-jähriges Mädchen ist in der Nacht betrunken gegen unseren Zaun gefahren. Wir haben das erst am Tag danach gemerkt, als sich mehrere Leute um den Ort versammelt haben. Es sah erst nach Fahrerflucht aus. Aber die „Flüchtlinge“ haben vergessen, das Nummernschild aufzulesen, das bei dem Unfall nicht am Auto geblieben ist.
Letztes Wochenende war ich mit April (Host Mom) zum Musical „Mamma Mia“. Das war ein tolles Erlebnis. Auch unser Musical „Grease“ nimmt langsam Gestalt an. Das sollte es auch, denn es sind nur noch 18 Proben, und am 12. November ist Premiere. Man hat mich zu dem gemacht, der die Chorsätze schreiben und für die Pianistin die Soli ausnotieren darf.
Meine Gastfamilie plant auch schon eine Reise nach Deutschland, um sich auch mal ein Bild von meiner Heimat machen zu können. Jamie (Host Dad) war aus beruflichen Gründen eine Woche lang in Florida. Er hat dort einige deutsche Ingenieure getroffen, die ihm angeboten haben, für eine Arbeitsstelle nach Deutschland zu gehen für einige Zeit mit der Familie.
Im Anatomie-Unterricht haben wir das Sezieren von Tieren fortgesetzt. Die schwangeren Katzen müssen aber noch auf sich warten lassen. Sie sind aber schon im Klassenzimmer noch in Kartons verpackt. Sattdessen haben wir Schweine auf sämtliche Muskel-Gewebe hin untersucht und werden uns mit diesen Tieren wohl noch einige Wochen beschäftigen. Diese Schweine – oder besser gesagt Ferkel – sind aber nicht extra für diesen Zweck getötet wurden: sie waren noch nicht geboren, im Leib einer Sau, die geschlachtet wurde.
Zur Sprache: Ich glaube ich habe in letzter Zeit auf Englisch geträumt. Man kann sich da aber meiner Meinung nach nicht sicher sein. Ich muss immer weniger nachfragen, wenn ich etwas nicht verstanden habe. Zurzeit arbeite ich gerade daran, meinen Akzent loszuwerden, an den man oft erinnert wird leider.
Ich komme auch noch nicht wirklich mit dem nicht-metrischen System zurecht. Besondere Probleme bereiten mir die kleineren Längeneinheiten Zoll (inch), Fuß (foot) und Yard, die wirklich verwirrende Beziehungen untereinander haben. Aber immerhin kann ich sagen, dass die Temperaturen in der Nacht schon in die 30er gehen, natürlich °Fahrenheit. Das ist noch knapp über den Gefrierpunkt. Später im Winter gibt es hier nur ein paar Zentimeter Schnee, wenn überhaupt. Aber wir werden Weihachten in die nördliche Region der Great Lakes fahren, wo es auf alle Fälle mehr Schnee gibt. Dort besuchen wir ein paar Verwandte von Jamie.
Nächstes Wochenende ist das erste Vierteljahr (First Quarter) des Schuljahres vorüber. Auf Ferien muss ich aber noch bis Weihnachten warten, und dann wird hier auch schon stark Spring Break („Frühlingspause“) im Februar entgegengefiebert.
Ich wünsche jedenfalls allen Schülern und Lehrern am Gymnasium noch eine schöne verbleibende Herbstferienwoche.
Bis zum nächsten Mal: Make smart choices!